Konzept

Generelles Konzept: Langgraswiese

Die Umwandlung der ausgewählten Grünflächen zu artenreichere Wiesengesellschaften ist durch drei Kernaspekte ausgezeichnet:

  1. zweimalige Mahd pro Jahr (Juni und September),damit möglichst alle Pflanzen zur Blüte und Samenreife gelangen können
  2. spezielles Mähwerk (Balkenmäher, Sense) , zur Schonung der Insekten
  3. Entnahme des Schnittguts nach einigen Tagen, um den Pflanzen zwar Zeit zum Aussamen zu geben, aber gleichzeitig den Eintrag von Nährstoffen zu minimieren

Fläche am Löschteich am Campus Golm-1Wichtig ist außerdem, dass nach dem Mähprozess ein kleiner Seitenstreifen an Grünfläche bestehen bleibt, um Insekten und anderen dort lebenden mobilen Arten einen Rückzugsort / Unterschlupf bieten zu können. Die bis dahin liegen gebliebenen Samen, dienen ebenfalls als Nahrungsquelle.

Durch den Nährstoffentzug können konkurrenzschwächere und selten vorkommende Arten profitieren, wodurch im Gesamtbild eine höhere Artenvielfalt erzielt wird. Die Dauer dieser Ausmagerung ist ein langsamer Prozess und abhängig von dem jeweiligen Nährstoffgehalt der Fläche; sie braucht daher Zeit. Ein Nassregnen des Mahdgutes sollte aufgrund der resultierenden Nährstoffauswaschungen unbedingt vermieden werden.

Vorgehen im Einzelfall

Je nach Fläche und Artenaufkommen können drei oder mehr unterschiedliche Vorgehensweise erfolgen, um die Artenvielfalt einer Fläche zu erhöhen:

  1. Fläche / Arteninventar ist bereits ganz ordentlich, dann werden lediglich die Mahdintervalle geändert (in eine zweischürige Mahd – 2x pro Jahr)
    – das reicht in der Regel aus um konkurrenzstarke Arten etwas zurückzudrängen und den Weg für neue Arten zu ebnen.
  2. Flächen mit sehr lückenhaftem Bestand werden mit Samen neuer Arten aufgefrischt
    – diese Samen können dabei zum Beispiel durch eine Mahdgutübertragung oder Samenzulieferer gewonnen werden.
  3.  Flächen mit sehr stark dominierender/n Art/en werden großflächig von der Pflanzenauflage befreit (gegebenenfalls umgegraben)
    – danach werden Arten neu eingesät (Samenquelle wie unten).

HeuschreckIm Potsdamer Raum bietet sich für eine Mahdgutübertragung vor allem der artenreiche Park Sanssouci an; dieser wird ebenfalls nur zwei Mal im Jahr gemäht. Durch die Größe des Parks und der räumlich sehr unterschiedlichen Bereiche, kann er mit sehr diversen Arten auftrumpfen und einen Großteil unterschiedlicher Flächen mit verschiedenstem Samenmaterial bedienen.

Bei Samenzulieferern ist zu beachten, dass diese möglichst regionales Samengut anbieten sollten. Eine Gewöhnliche Schafgabe die in Brandenburg wächst, ist doch noch ein bisschen anders, als eine die im westlichen Deutschland zu Hause ist – das Stichwort ist hier „Regionalität“, also kleinräumliche Anpassung von Arten an lokale Standortbedingungen. Daher wird die Initiative Bunte Wiese Potsdam bis auf Weiteres Rieger-Hofmann GmbH als Zulieferer wählen, sollte sich kein passendes Saatgut im Park Sanssouci finden lassen.

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